Heute
Anfang des Jahres 2010 blicken wir auf eine erfolgreiche Arbeit in den Vorjahren zurück, nehmen aber auch (nicht nur) in unserer täglichen Arbeit eine sich zuspitzende gesellschaftliche Krisensituation wahr, die dringend notwendige Veränderungen verzögert und damit wirklich neue Lösungen verhindert.
In Sachsen wird in einer so noch nicht dagewesenen Vorgehensweise und Kurzsichtigkeit die Jugendpauschale in einer Größenordnung gekürzt, die allen öffentlichen Beteuerungen Hohn spricht, für benachteiligte junge Menschen und deren Netzwerke Zukunftschancen zu schaffen. Experten reden davon, das dies nur "ein Anfang" sei. Wir nehmen wahr, das solche Entscheidungen oft von Politikern getroffen werden, denen offensichtlich Lebensnähe und Verständnis für die Situation einer immer größerwerdenden Zahl von Menschen in unserem Land fehlen. In unserem Landkreis versuchen allerdings verantwortungsvolle Gremien, Fachleute und Politiker, dieser Entwicklung gegenzusteuern.
Für unser Arbeitsgebiet wird in dem von der neuen Bundesregierung verabschiedeten Koalitionsvertrag davon gesprochen " Jugendkriminalität mit wirksamen Maßnahmen zu begegnen und alle Anstrengungen zu unternehmen, um ihren Ursachen entgegenzuwirken". Der dafür vorgeschlagene Weg - die Einführung von Warschussarresten und eine Verschärfung des in seiner bisherigen Form sehr gut wirksamen Jugenstrafrechts - widerspricht allerdings allen seit Jahrzehnten bekannten internationelen Forschungen zum Thema Unterstützung menschlicher Veränderungsprozesse"".
Bevor Rebekka auf den Jakobsweg geht und sich aus unserem Projekt verabschiedet, erprobt sie von Januar bis März noch mit Christoph eine neue Form lösungsorientierter Gruppenarbeit mit erwachsenen TäterInnen häuslicher Gewalt, die durch eine Spende des Rotarier Clubs Pirna möglich wurde. Darüber erscheint ein Artikel in der Sächsischen Zeitung.
Im Buch "Deutschland morgen - Visionen unserer Zukunft" das Ende April erscheint, ist neben vielen anderen anregenden Texten unser Beitrag "Mehr als ein Wunder" enthalten, in dem wir Visionen für die Arbeit mit jungen Menschen beschreiben.
Unsere Projektfinanzierung erfährt im selben Zeitraum eine Veränderung, so dass uns durch das Auslaufen von Netzwerk T-TRIS ab April nur noch 2 Vollzeitstellen zur Verfügung stehen, die sich drei KollegInnen teilen, um weiterhin konzeptionsgemäß geschlechtsspezifisch arbeiten zu können. Für 2010 scheint die Finanzierung gesichert, für 2011 sollen "Lösungen gefunden" werden...
Im Mai wird von uns der umfangreiche Abschlussbericht mit den Ergebnissen und Rückmeldungen von Netzwerk T-TRIS dem Landesjugendamt und allen Lerngruppenteilnehmerinnen zur Verfügung gestellt. Die Lerngruppen suchen nach Wegen, ihr gemeinsames Lernen anhand des Lernbuches fortzusetzen